Glücksspiel und Geldwäsche

Verbrechen gibt`s in vielen Variationen

Hintergrund

Wir leben im 21. Jahrhundert in einer aufgeklärten und selbstbewussten Gesellschaft. Glücksspiel ist reguliert,  zumindest in Deutschland: Der maßgebliche Länderstaatsvertrag umfasst viele Seiten und Paragraphen. Daneben gibt es ein umfangreiches Regelwerk im Straf-, Wirtschafts- und sonstigem Gesellschaftsrecht. Im EU-Regelwerk werden ebenfalls Regularien zur Lenkung der Geldströme aufgebaut, die sonstigen Länder der westlichen Welt verfahren in ähnlicher Weise. Und doch gibt es immer wieder Hinweise auf Geldwäsche.

Geldwäsche

Was mag das sein? Laut Wikipedia wird das Verfahren zur Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes bzw. von illegal erworbenen Vermögenswerten in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf als Geldwäsche bezeichnet. Da das zu „waschende“ Geld nach dieser Definition aus illegalen Tätigkeiten wie Korruption, Bestechung, Raub, Erpressung, Drogen-, Waffenhandel oder Steuerhinterziehung stammt, soll dessen Herkunft verschleiert werden.

Geldwäsche ist ein internationales, grenzüberschreitendes Phänomen und Straftatbestand sowohl nach deutschem Strafrecht als auch dem anderer Länder. Die Bekämpfung der Geldwäsche wird als wichtiges Element im Kampf gegen die organisierte Kriminalität auch in Verbindung mit Terrorismus­finanzierung betrachtet. In aktuellen Wirtschaftswachstums­modellen gilt Geldwäsche als einer der langfristigen und nachhaltigen Wachstumsverhinderer.

Ziele

Die zur Geldwäsche vorgenommenen Handlungen haben den Zweck, die illegale Herkunft von Geldbeträgen zu verschleiern. Die Geldbeträge sollen dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden oder der Steuerbehörden entzogen werden, indem Erlöse aus krimineller Tätigkeit durch möglichst unauffällige Geschäftstransaktionen in den legalen Wirtschaftskreislauf überführt werden.

Versucht wird dies beispielsweise durch den Kauf von Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Kunstwerken bzw. Wertpapieren oder auch durch normale Verbrauchergeschäfte. In der Praxis verschleiern die Beteiligten ihre Transaktionen häufig durch die Einschaltung von Briefkastengesellschaften, Schattenbanken, Gesellschaften in Steueroasen oder verdeckten Treuhandschaften. Dadurch wird auch die Akkumulation ökonomischer Ressourcen aus Kriminalität nach dem Vorbild der Mafia ermöglicht. Umgekehrt stoßen Fahnder gerade durch das Aufdecken der Geldwäsche auf die diesen Verschleierungshandlungen zugrundeliegenden strafbaren Delikte und Handlungen und können somit weiter tätig werden (Zitatende).

Was geht das uns an?

Die mit allen Facetten der Glücksspiellandschaft vertraute Uni Hohenheim hat in ihrem April-Newsletter berichtet, dass die für diese Unternehmen zuständige “Gambling Commission UK ” die aus dem Werbealltag bestens bekannten Unternehmen “Mr. Green” und “Betway” mit Strafen von 3 Mio. Euro bzw. 11,6 Mio. Euro bedacht hat. Das sollte uns allen – vor allem unseren Glücksspielaufsichten – zu denken geben, wenn man auf solche Namen trifft.

Auch sonst gibt es immer wieder Gründe, hellwach zu sein, wenn einem beispielsweise auf dem Weg zur Übertragung eines Bundesligafußballspiels die Werbung eines Spieleanbieters ins Auge fällt, der ein Lottospielangebot “6 Spielfelder für 1 €” mit täuschend ähnlichen Spielscheinen pp. offeriert. Erst der Blick ins Impressum der Website zeigt den wahren Charakter des Angebots.

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