Es tut sich noch mehr

Eine der vielen Justizia-Abbildungen

Sportwetten

Auch im Sportwettenbereich ist die deutsche Glücksspielaufsicht nicht ganz untätig geblieben. Die ARD-Radio-Recherche Sport hat berichtet, dass die Hamburger Innenbehörde stellvertretend für sechs weitere Bundesländer ein Verfahren gegen verschiedene Sportwettanbieter eingeleitet hat und sie aufgefordert hat, bestimmte Live-Wetten aus dem Programm zu nehmen. Auch gegen das Online-Casinoangebot wurden Untersagungsverfügungen ausgesprochen. Unter den betroffenen Anbietern soll auch das Unternehmen bwin sein, welches zum Glücksspielkonzern GVC-Holdings gehört. Bwin ist in Deutschland unter anderem Werbepartner des Deutschen Fußball Bundes, der auf Anfrage von ARD-Radio-Recherche Sport mitteilte, dass die Zusammenarbeit „nur den Bereich der erlaubnisfähigen Sportwetten betreffen würde.“

Hamburg ist nicht das einzige Bundesland, das derzeit Sportwetten-Anbieter ins Visier nimmt. Erst vor wenigen Wochen hatte die F.A.Z darüber berichtet, dass Hessen mit Verbotsverfügungen gegen Online-Sportwettenmmn -Firmen vorgehen wolle, die sich einem „Melde- und Prüfverfahren nicht unterziehen wollen“. Das Bundesland Niedersachsen kündigte bereits im Sommer 2019 an, Transaktionen zwischen Finanzdienstleistern und Online-Glücksspielanbietern stoppen zu wollen. Wie es heißt, sei eine Untersagungsverfügung gegen bwin ergangen, gegen die sich der Sportwetten-Anbieter allerdings wehre. Das Unternehmen berufe sich dabei auf das EU-Recht, welches die Angebote gestatte.

Bundesländer nehmen Glücksspiel-Firmen ins Visier

Wie ARD-Radio-Recherche Sport berichtet, müssen auch Sportwetten-Anbieter mit integriertem Online-Casino mit einer Unterlassungsverfügung rechnen. Die Hamburger Behörden hätten eine solche bereits gegenüber dem maltesischen Unternehmen Tipico ausgesprochen, welches als Sponsor in der Deutschen Fußballbundesliga aktiv ist.

Auch Tipico berufe sich laut ARD-Radio-Recherche Sport auf höherrangiges EU-Recht, wie es heißt:Das Verbot von Onlinecasinospielen in Deutschland verletzt Unionsrecht. Es bleibt deshalb Tipico gegenüber unanwendbar.“

Ob die betroffenen Sportwettenanbieter ihre Angebote ändern müssen, wird der Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzungen zeigen. Für die Glücksspielfirmen steht viel auf dem Spiel. Live-Wetten und Online-Casino-Spiele zählen zu den einträglichsten Glücksspielen und setzen in Deutschland hohe Millionenbeträge um.

Prof. Krüper und Prof. Unger als Autoren des Editorials der Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht: „Eine Umorientierung der Regulierung tut not, um eine neue Generation des Glücksspielrechts zu begründen. Diese muss eine Regulierung des Wettbewerbs leisten, die den natürlichen Spieltrieb der Bürger endlich wirksam in legale Märkte lenkt und legale Anbieter stärkt, die Behörden und Gerichte mit adäquaten und wirksamen Instrumenten der Marktordnung ausstattet und die sich gezielt wettbewerblicher Anreize bedient, um die besondere Gemeinwohlbindung des Glücksspiels zu realisieren und nicht bloß zu postulieren“. Quelle: glueg.org/aktuelles

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